35 · Nutzung & Prompting
Grounding
Antworten an belegbare Quellen/Daten binden.
Antworten werden an nachprüfbare Grundlagen gebunden: mitgelieferte Dokumente, Datenbanken, Suchergebnisse — idealerweise mit Beleg, worauf sich welche Aussage stützt. Grounding macht aus „das Modell sagt“ ein „die Quelle sagt, das Modell fasst zusammen“. Für den Unternehmenseinsatz ist das weniger Feature als Voraussetzung.
Ein Beispiel
Zwei Anweisungen, ein Unterschied. „Was steht in unserer Reisekostenrichtlinie zur Bahncard?“ lässt das Modell aus dem Gedächtnis antworten — es kennt Ihre Richtlinie nicht und formuliert trotzdem etwas Plausibles. „Hier ist der Text der Richtlinie. Beantworte ausschließlich daraus und zitiere den Absatz. Steht es nicht drin, sage das“ bindet die Antwort an ein Dokument, das Sie prüfen können.
Genauer betrachtet
Antworten werden an mitgelieferte Dokumente gebunden und mit Stellenangaben versehen. Der Effekt ist zweifach: Die Fehlerquote sinkt, und Fehler werden überhaupt erst prüfbar, weil die Behauptung eine Adresse hat.
Warum das zählt
Grounding ist der wirksamste Einzelgriff gegen erfundene Inhalte und zugleich der, der am häufigsten halb umgesetzt wird. Die Quelle mitzugeben allein genügt nicht — es braucht die Aufforderung, sich darauf zu beschränken, die Pflicht zur Fundstelle und eine erlaubte Nicht-Antwort. Fehlt der letzte Teil, füllt das Modell die Lücke lieber, als sie zu benennen. Der Nebengewinn ist organisatorisch: Wenn jede Antwort eine Fundstelle trägt, wird aus einer nicht überprüfbaren Auskunft ein Vorgang, den ein Mensch in Sekunden abnehmen kann.
Häufig missverstanden
Eine Quellenangabe ist kein Beleg. Modelle nennen auch Stellen, die die Aussage nicht tragen. Die Verknüpfung selbst muss stichprobenartig geprüft werden.
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