Wenn Software Arbeitsschritte selbst plant, entsteht eine Rolle, die es vorher nicht gab: jemand, der nicht mehr bearbeitet, sondern festlegt, prüft und verantwortet. Der Agent Manager entscheidet, welche Vorgänge ein System übernehmen darf, woran ein brauchbares Ergebnis erkennbar ist, wann abgebrochen wird und wer den Sonderfall bekommt. Er liest die Protokolle der Fälle, die schiefgingen, und entscheidet, ob die Grenze verschoben wird oder der Fehler bleibt. Das Entscheidende an dieser Rolle ist, woher sie kommt: nicht aus der IT, sondern aus dem Fach. Die knappe Qualifikation ist nicht, ein System bedienen zu können, sondern ein falsches Ergebnis als falsch zu erkennen — und das kann nur, wer den Vorgang selbst beherrscht hat.
Ein Beispiel
Die Aufgabe hat mit Programmieren wenig zu tun. Ein Agent Manager legt fest, welche Vorgänge ein System übernehmen darf und welche nicht, definiert, woran ein gutes Ergebnis erkennbar ist, sieht sich die Fälle an, in denen abgebrochen wurde, und entscheidet, ob die Grenze verschoben wird oder der Fehler bleibt. Er kennt das Fachgebiet gut genug, um ein falsches Ergebnis als falsch zu erkennen — und das ist die knappe Qualifikation, nicht die technische.
Genauer betrachtet
Die Rolle bündelt vier Aufgaben: beschreiben, was der Agent tun soll, festlegen, was er nicht darf, messen, wie gut er es tut, und eingreifen, wenn es nicht stimmt. Das entspricht dem, was Führung bei Menschen auch bedeutet, nur schriftlicher.
Warum das zählt
Die Rolle entsteht gerade und hat noch keinen festen Namen; in Deutschland gibt es inzwischen eine IHK-Weiterbildung dazu. Interessant ist sie vor allem als Antwort auf eine Personalfrage: Wenn Routine an Systeme geht, verschwindet die Sachbearbeitung nicht, sondern verschiebt sich vom Bearbeiten zum Festlegen und Nachprüfen. Für Betriebe ist das eine Chance, weil die Leute mit dem nötigen Fachwissen bereits im Haus sitzen. Sie brauchen kein Informatikstudium, sondern die Erlaubnis und die Zeit, Maßstäbe zu definieren.
Häufig missverstanden
Ohne benannte Person verteilt sich die Verantwortung auf alle und liegt damit bei niemandem. Der häufigste Betriebsfehler ist nicht ein schlechter Agent, sondern ein herrenloser.