Agenten

Capabilities

Einzelne, verlässlich gemachte Fähigkeiten ohne eigene Oberfläche: „Rechnung auslesen“, „Termin extrahieren“, „Text auf Policy prüfen“. Solche Bausteine lassen sich testen, versionieren und in beliebige Abläufe stecken. Der Gegenentwurf zum Alles-Chatbot: klein, komponierbar, messbar — Software-Handwerk statt Magie.

Ein Beispiel

„Das Modell kann Verträge prüfen“ ist keine Fähigkeitsaussage, sondern eine Werbeaussage. Prüfbar wird sie erst so: Bei 200 Verträgen aus unserem Bestand findet es 94 Prozent der fehlenden Haftungsbegrenzungen, übersieht sechs Prozent und meldet in vier Prozent der Fälle eine, die es nicht gibt. Damit lässt sich entscheiden, ob der Einsatz vertretbar ist. Mit dem Satz davor nicht.

Genauer betrachtet

Eine Capability macht genau eine Sache, hat eine feste Schnittstelle und ein eigenes Qualitätsmaß, etwa „Rechnung auslesen“ oder „Kunde einordnen“. Sie ist prüfbar, versionierbar und mehrfach verwendbar, gerade weil sie keine eigene Oberfläche hat.

Warum das zählt

Die nützliche Übersetzung von „kann“ lautet immer: in welchem Anteil der Fälle, unter welchen Bedingungen, mit welcher Art von Fehler. Fähigkeiten sind außerdem unstetig — Modelle können eine Aufgabe plötzlich, die sie eine Generation vorher gar nicht konnten, und scheitern gleichzeitig an etwas, das leichter aussieht. Daraus folgt für die Planung: Nicht die allgemeine Leistungsfähigkeit prüfen, sondern die eigene Aufgabe messen, und diese Messung bei jedem Modellwechsel wiederholen. Alles andere ist Übertragung von fremden Ergebnissen auf einen anderen Fall.

Häufig missverstanden

Der Zuschnitt entscheidet. Zu grob geschnitten wird eine Capability zur zweiten Anwendung, zu fein geschnitten entsteht ein Baukasten, den niemand mehr überblickt.