Die Lizenz ist der kleinste Posten: Dazu kommen Integration, Datenaufbereitung, Betrieb, Monitoring, Schulung, Prüfaufwand für Fehler — und die Wechselkosten, wenn der Anbieter Preise oder Modelle ändert. TCO-Denken schützt vor der billigsten Demo und der teuersten Überraschung. Faustregel: Die Einführung kostet ein Mehrfaches des Tools, der Betrieb entscheidet über die Rechnung.
Ein Beispiel
Ein Angebot nennt 40.000 Euro Einführung und 2.000 Euro monatlich. Was fehlt: die Datenaufbereitung im Vorfeld, die Zeit der Fachabteilung für Testfälle und Abnahme, die laufende Nacharbeit an Ergebnissen, die Pflege der Wissensbasis, die Neuabnahme bei jedem Modellwechsel und die Person, die all das verantwortet. In den Vorhaben, die wir gesehen haben, ist das zusammen regelmäßig größer als der Angebotspreis.
Genauer betrachtet
Zur Lizenz kommen Anbindung, Datenpflege, Prüfung, Betrieb, Schulung und die Kosten für Fehler. Bei KI-Vorhaben liegt der Lizenzanteil erfahrungsgemäß im unteren Bereich der Gesamtrechnung.
Warum das zählt
Der Posten, der am zuverlässigsten fehlt, ist die menschliche Nacharbeit — weil sie in keiner Rechnung steht und in vorhandenen Stellen versickert. Er ist zugleich der einzige, der sich vor der Entscheidung messen lässt: hundert Vorgänge durchlaufen lassen, Durchgangsquote und Nacharbeitszeit erfassen, hochrechnen. Das kostet zwei Tage und ersetzt die Diskussion über Listenpreise durch eine Zahl. Der zweite regelmäßig fehlende Posten sind die Kosten des Nichtstuns — auch die gehören in den Vergleich, sonst gewinnt immer der Status quo.
Häufig missverstanden
Der größte übersehene Posten ist die menschliche Nachkontrolle. Sie fällt dauerhaft an und wird in Wirtschaftlichkeitsrechnungen fast nie eingeplant.