Grundlagen & Modelle

Generative KI

Frühere KI hat sortiert, erkannt, empfohlen — generative KI erzeugt selbst: Text, Bilder, Code, Audio. Das verschiebt die Kostenstruktur ganzer Tätigkeiten, denn der erste Entwurf ist plötzlich fast gratis. Wertvoll bleibt, was davor und danach passiert: die richtige Frage, die Auswahl, die Prüfung. Erzeugen ist billig geworden, urteilen nicht.

Ein Beispiel

Der Unterschied zu früherer KI lässt sich an einem Satz zeigen. Bisherige Systeme beantworteten Fragen mit einer Auswahl: Ist diese Mail Spam, ja oder nein? Gehört dieses Bild zu Klasse A oder B? Generative Systeme antworten mit etwas Neuem — einem Text, der so noch nicht existierte, einem Bild, das niemand aufgenommen hat. Das macht sie unvergleichlich vielseitiger und zugleich schwerer prüfbar: Bei einer Auswahl aus zwei Optionen ist die Fehlerquote messbar. Bei einem freien Text muss erst definiert werden, was falsch überhaupt heißt.

Genauer betrachtet

Erzeugende Verfahren modellieren die Verteilung der Daten selbst und ziehen daraus Stichproben. Das erklärt zwei Eigenschaften: Dieselbe Eingabe kann verschiedene Ausgaben liefern, und das Ergebnis ist immer ein Vorschlag aus dem Gelernten, nie ein Fund.

Warum das zählt

Genau daran scheitern die meisten Piloten. Ein Klassifikationsmodell lässt sich mit einer Genauigkeitszahl abnehmen; ein generatives System nicht. Wer es trotzdem versucht, landet bei „sieht gut aus“ als Abnahmekriterium — und findet Fehler nur, wenn er zufällig hinsieht. Die Arbeit steckt deshalb im Definieren des Maßstabs, bevor gebaut wird: Welche Eigenschaften muss eine gute Ausgabe haben, welche Fehler sind tolerabel, welche nicht? Ist das geklärt, ist die Prüfung selbst meist billig.

Häufig missverstanden

Weil der Entwurf billig ist, verlagert sich der Aufwand auf die Prüfung. Teams, die nur die Erzeugung automatisieren und die Kontrolle unverändert lassen, sparen unterm Strich oft nichts.

Wo dieser Begriff im Magazin arbeitet.

5 Artikel benutzen den Begriff oder verhandeln sein Prinzip.